20 Apr '15
Ende April, Anfang Mai ist das Erblühen der Natur nicht mehr zu bremsen. Alles frohlockt in voller Lust und Sinnlichkeit [...]

Ende April, Anfang Mai ist das Erblühen der Natur nicht mehr zu bremsen. Alles frohlockt in voller Lust und Sinnlichkeit mit verschwenderischen Blüten. Der Frühling ist definitiv da – und mit ihm die Lust und Sinnenfreude! Maibäume werden aufgestellt, und wenn man genauer hinschaut, dann ist die Symbolik deutlich zu erkennen: Um den Phallus des aufgerichteten hohen Maibaumes kränzt sich an der Spitze der Ring, das Symbol für das weibliche Geschlechtsorgan.

Traditionell wird in der Nacht zum 1. Mai vor allem getanzt, gefeiert und geliebt. Beltane hieß es bei den Kelten. Die Freinacht ist die Nacht der freien Liebe, in der unbeschwerte Erotik und Sinnenfreude gelebt werden will und soll. Es ist die Erinnerung an die Natur, die freudvoll und sexuell in ihrem innersten Wesen ist und sich diese Freiheit durch Moral, Manipulation und körperfeindliche Erziehung nicht nehmen lässt.

Beltane ist für jeden Menschen eine Initiation im Jahreskreis, sich seines körperlichen, natürlichen Wesens und der Freiheit, die die körperlich-spirituelle Erfahrung durch liebevolle sexuelle Vereinigung bringt, zu erinnern. Ein bewusstes Umgehen mit dieser Energie der Lebensfreude und Erotik dient auch dazu, die tief sitzenden Wunden des Missbrauchs an Körper, Seele und Geist aus Jahrhunderten der Verfolgung und Unterdrückung von Frauen, zu heilen.

Warum werden wir nicht krank, wenn wir frisch verliebt sind? Weil unsere Hormone und aufsteigenden Säfte stabil und glücklich machen und in diesem sinnlichen Zustand keine Chance hat.

Die Freinacht vom 30. April auf 1. Mai ist heute nur noch ein ärmlicher Abklatsch und kläglicher Versuch der Obrigkeit, das ungezügelte Treiben, das im Menschen wohnt, in geregelte Bahnen zu lenken. So kann der Schabernack wie ausgehängte Gartentürchen oder um Autos gewickeltes Klopapier die im Menschen aufsteigenden Natur- und Urkräfte wahrlich nicht befriedigen.

Auch der Maibaum hat seinen Ursprung bei den Kelten, er soll Fruchtbarkeit für Menschen, Tiere und Felder bringen.

In früheren Zeiten war der Tag ein guter Zeitpunkt, den oder die Liebste anzulocken und zu schauen, wie es um Liebesangelegenheiten stand.

An Beltane öffnen wir unseren Geist, unsere Seele und den Körper für die Lebensfreude, Lust und Erotik in dem Wissen: Ich werde täglich neu geboren, und alles ist möglich!

So wünsche ich euch einen schönen 1. Mai und die Nacht zu Beltane in einer Energie voller Lebensfreude, Lust und Liebe, entweder zu euch Selbst, oder zu einem Partner/einer Partnerin zu verbringen.

Das nächste Fest des Jahreskreises, Sommersonnwend / Litha, werden wir wieder am 21. Juni gemeinsam in Unterlangensee begehen. Dazu seid ihr herzlich eingeladen.

 

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